Treibhausgasemissionen bei Baustoffen: So wählen Sie nachhaltige Materialien für Sanierungsprojekte

Treibhausgasemissionen bei Baustoffen: So wählen Sie nachhaltige Materialien für Sanierungsprojekte

Anneliese Kranz 18 Nov 2025

Wenn Sie Ihr Haus sanieren, denken Sie wahrscheinlich zuerst an neue Fenster, eine bessere Dämmung oder eine moderne Heizung. Doch was passiert mit den Materialien, die Sie dafür einbauen? Die meisten Menschen wissen nicht, dass die Herstellung von Baustoffen - also ihre graue Emission - heute oft mehr Klimaschaden anrichtet als der Energieverbrauch des Gebäudes selbst. In Sanierungsprojekten steigt dieser Anteil kontinuierlich. Wer heute wirklich klimafreundlich baut, muss nicht nur den Energieverbrauch senken, sondern auch die Emissionen aus den Materialien selbst reduzieren.

Was sind graue Emissionen - und warum sind sie jetzt so wichtig?

Graue Emissionen sind die Treibhausgase, die entstehen, bevor ein Gebäude überhaupt bezogen wird. Das heißt: beim Abbau von Rohstoffen, bei der Herstellung von Zement, Stahl oder Dämmplatten, beim Transport auf die Baustelle und sogar beim Abriss alter Teile. Im Jahr 2020 verursachten Baustoffe in Deutschland allein 45 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das ist mehr als der gesamte Verkehr in Österreich. Und das ist nur der Anfang.

Früher galt: Je besser die Dämmung, desto besser fürs Klima. Das stimmt noch - aber nur, wenn man die Herstellung der Dämmung ignoriert. Eine Polystyrol-Dämmung mag gut isolieren, aber ihre Herstellung ist energieintensiv. Holz dagegen speichert Kohlenstoff. Und recycelter Beton braucht keinen neuen Zement. Bei Sanierungen liegt der Anteil der grauen Emissionen heute zwischen 10 und 25 Prozent der gesamten Klimabelastung über den Lebenszyklus. In einigen Fällen, besonders bei energetisch gut gedämmten Gebäuden, ist dieser Anteil sogar höher als der Verbrauch an Heizenergie.

Warum Sanierung mehr als Neubau ist - und warum das die Materialwahl verändert

Seit 2023 hat die Bundesregierung klargestellt: Sanieren statt neu bauen. Jährlich stehen 13 Milliarden Euro für Sanierungen bereit - nur eine Milliarde für Neubauten. Warum? Weil das Bauen von neuen Häusern immer noch enorme Mengen an Zement, Stahl und Kunststoffe verbraucht. Die Herstellung von einem Tonne Zement erzeugt etwa 800 Kilogramm CO₂. Und in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus stecken bis zu 100 Tonnen Zement allein im Fundament und den Wänden.

Bei einer Sanierung sparen Sie diese Emissionen, weil Sie das bestehende Gebäude nutzen. Aber: Wenn Sie dabei alte Ziegel durch neue Kunststoffdämmplatten ersetzen, dann haben Sie nur den Energieverbrauch gesenkt - nicht die Gesamtbelastung. Die richtige Sanierung kombiniert Energieeffizienz mit klimaschonenden Materialien. Das ist der neue Standard. Und er ist nicht mehr freiwillig: Ab 2025 soll es eine gesetzliche Obergrenze für graue Emissionen pro Quadratmeter geben. Wer Fördergelder will, muss sie schon heute nachweisen.

Welche Baustoffe haben die niedrigsten Emissionen?

Nicht alle Materialien sind gleich. Einige sind wahre Klimasünder, andere Speicher für Kohlenstoff. Hier ist, was wirklich zählt:

  • Holz: Ein Kubikmeter Holz speichert etwa eine Tonne CO₂. Holzrahmenbau, Holzmassivplatten oder Holzfaserdämmung reduzieren die grauen Emissionen um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu konventionellen Materialien. In Freiburg wurden damit Sanierungsprojekte mit 30-40 Prozent weniger Emissionen realisiert.
  • Natürliche Dämmstoffe: Hanf, Flachs, Schafwolle und Zellulose haben niedrige Emissionen und sind oft aus heimischen Quellen. Sie verursachen durchschnittlich 28 Prozent weniger CO₂ als Mineralwolle oder Polystyrol - und sind zudem atmungsaktiv.
  • Recycelter Beton: Wenn alte Betonwände abgerissen werden, kann der Schutt aufbereitet und als Ersatz für neuen Beton verwendet werden. Das spart bis zu 70 Prozent der Emissionen im Vergleich zu frischem Beton.
  • Kalkputz und Lehm: Diese traditionellen Materialien sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gesund. Ihre Herstellung erzeugt kaum CO₂, und sie regulieren die Luftfeuchtigkeit im Haus.
  • Zementfreier Mörtel: Neue Bindemittel auf Basis von Flugasche oder Puzzolana ersetzen Zement und senken die Emissionen um bis zu 50 Prozent.

Was Sie vermeiden sollten: Polystyrol (EPS/XPS), Polyurethan-Dämmung, Aluminiumfenster mit thermischer Trennung (hoher Energieaufwand bei Herstellung) und neu produzierte Ziegel mit hohem Brennenergiebedarf.

Ein renoviertes Haus aus den 1950er Jahren mit Holzfaserdämmung, Lehmputz und wiederverwendeten Ziegeln, während eine digitale Anzeige die CO2-Emissionen senkt.

Die drei größten Fehler bei der Materialauswahl - und wie Sie sie vermeiden

Es gibt drei Stellen, an denen Sanierungsprojekte oft scheitern - und dabei unnötig viel CO₂ erzeugen:

  1. Nur auf den U-Wert schauen: Viele Planer wählen Dämmstoffe nur nach ihrem Wärmedämmwert. Aber ein guter U-Wert sagt nichts über die Herstellungskosten. Eine Dämmung mit geringem U-Wert, die aus Erdöl hergestellt wird, kann mehr CO₂ verursachen als die Energieeinsparung wert ist.
  2. Keine Lebenszyklusanalyse machen: Einige Hersteller geben keine Emissionsdaten an. Ohne einen EPD (Umweltproduktdeklaration) wissen Sie nicht, was wirklich drinsteckt. Fragen Sie danach - oder wählen Sie Produkte mit DGNB-Zertifizierung.
  3. Regionale Materialien ignorieren: Ein Holzdämmplatten aus Skandinavien hat einen höheren Transport-CO₂ als ein Holzbaustoff aus der Steiermark. In der Sanierung zählt nicht nur das Material, sondern auch seine Herkunft. Lokale Materialien reduzieren den Transportaufwand - und stärken die regionale Wirtschaft.

Die Lösung? Nutzen Sie die Planungstools des UmBauwende-Projekts. Sie helfen Ihnen, Materialkombinationen zu vergleichen - mit echten Emissionswerten. Wer frühzeitig nachhaltig plant, spart bis zu 18 Prozent an Emissionen. Wer erst nach Baubeginn nachrüstet, schafft nur noch 6 Prozent.

Wie viel kostet es - und lohnt sich das?

Ja, nachhaltige Baustoffe kosten mehr. Im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent. Aber das ist nur die Anfangsrechnung. Wer sich für Holzfaserdämmung entscheidet, spart nicht nur CO₂, sondern auch auf lange Sicht: Holz atmet, verhindert Schimmel, reduziert Lüftungsbedarf - und das senkt die Heizkosten. Einige Sanierungsprojekte in Bayern haben gezeigt, dass die zusätzlichen Kosten durch geringere Wartung und höhere Wohnqualität innerhalb von 8-12 Jahren ausgeglichen werden.

Und dann gibt es noch die Förderung. Seit April 2022 verlangt die KfW für das Programm 430 (Energieeffizient Sanieren) nicht nur einen Energieeffizienzstandard von EH-40, sondern auch eine Nachhaltigkeits-Klasse. Das bedeutet: Sie bekommen mehr Geld, wenn Sie Materialien mit niedrigen grauen Emissionen wählen. Wer das nicht macht, verliert bis zu 30 Prozent der Förderung. In manchen Fällen ist der Zuschuss so hoch, dass der Aufpreis für nachhaltige Materialien komplett abgedeckt wird.

Eine Materialbibliothek mit nachhaltigen Baustoffen wie Hanf, recyceltem Kork und Bio-Beton, die mit blauem Licht für niedrige Emissionen leuchten.

Was kommt als Nächstes - und wie bereiten Sie sich vor?

Die Entwicklung beschleunigt sich. Ab Januar 2024 müssen Sanierungsprojekte mit Förderung über 500.000 Euro eine digitale Nachweisführung vorlegen - also einen digitalen Lebenszyklus-Report. Bis 2027 soll das für alle geförderten Projekte Pflicht sein. Die Daten müssen auf standardisierten Produktpässen basieren, die Hersteller liefern müssen. Wer heute nicht weiß, wie viel CO₂ sein Dämmstoff erzeugt, wird bald keine Förderung mehr bekommen.

Die Forschung läuft auf Hochtouren: Das BMWK fördert 2023 mit 85 Millionen Euro die Entwicklung von CO₂-armen Baustoffen - besonders für Sanierungen. Neue Materialien wie Bio-Beton, Holz-Kunststoff-Verbunde und recycelte Dämmplatten aus Altkleidung sind schon in Pilotprojekten im Einsatz.

Was Sie jetzt tun können: Suchen Sie sich einen DGNB-geprüften Nachhaltigkeitsberater. Die Lernkurve für Planer liegt bei drei bis vier Monaten - das heißt, viele Architekten sind noch nicht fit in der Bewertung von Baustoffemissionen. Ein guter Berater kann Ihnen zeigen, wo Sie am meisten CO₂ einsparen können - ohne das Budget zu sprengen.

Praxisbeispiel: Ein Altbau in Graz, sanierter Teil

Ein 1950er-Jahre-Einfamilienhaus in Graz wurde 2023 saniert. Statt neuer Polystyrol-Dämmung wurde eine 20 cm dicke Holzfaserdämmung eingesetzt. Die Außenwände wurden mit Lehmputz verkleidet. Die Fenster kamen aus einer regionalen Holzwerkstatt mit Holz-Alu-Verbundprofilen. Der Bodenbelag bestand aus recyceltem Kork. Die grauen Emissionen sanken um 37 Prozent gegenüber einer konventionellen Sanierung. Die Heizkosten fielen um 60 Prozent. Die Förderung deckte 85 Prozent der Mehrkosten. Die Bewohner:innen berichten: Kein Schimmel, angenehme Luftfeuchtigkeit, keine Zugluft. Und: Sie fühlen sich, als würden sie wirklich etwas für die Zukunft tun.

Das ist kein Traum. Das ist heute möglich. Und es wird bald Standard sein.

Was ist der Unterschied zwischen grauen und blauen Emissionen?

Graue Emissionen entstehen während der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung von Baustoffen - also bevor das Gebäude genutzt wird. Blaue Emissionen sind ein falscher Begriff. Richtig ist: Betriebs-Emissionen (auch „blaue Emissionen“ genannt) entstehen durch Heizung, Strom und Kühlung während der Nutzung des Gebäudes. Heute ist der Anteil der grauen Emissionen in Sanierungen oft so hoch wie der der Betriebs-Emissionen - besonders bei gut gedämmten Gebäuden.

Gibt es einen Nachweis, der zeigt, wie klimafreundlich ein Baustoff ist?

Ja. Der wichtigste Nachweis ist die Umweltproduktdeklaration (EPD). Sie ist ein standardisiertes Dokument, das die gesamten Treibhausgasemissionen eines Baustoffs über seinen Lebenszyklus angibt - von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. EPDs werden nach der europäischen Norm EN 15804 erstellt und sind von unabhängigen Prüfinstituten zertifiziert. Achten Sie darauf, dass der Hersteller eine aktuelle EPD vorlegt. DGNB-zertifizierte Produkte enthalten diese Daten automatisch.

Kann ich auch mit einem kleinen Budget nachhaltig sanieren?

Ja. Sie müssen nicht alles auf einmal ersetzen. Beginnen Sie mit den größten Emissionsquellen: Dämmung, Fenster und tragende Konstruktion. Diese drei Komponenten machen bis zu 70 Prozent der grauen Emissionen aus. Tauschen Sie zuerst die Dämmung aus - und zwar gegen Holzfaser, Hanf oder Zellulose. Dann die Fenster. Ein guter Fenstertausch spart mehr CO₂ als eine neue Heizung. Nutzen Sie auch alte Materialien: Ziegel, Holzbalken oder Bodenplatten können oft gereinigt und wiederverwendet werden. Das ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch günstiger.

Warum ist Zement so schlimm für das Klima?

Zement ist der Bindemittelgrundstoff für Beton. Seine Herstellung erfordert hohe Temperaturen - bis zu 1.450 Grad Celsius - und verbraucht viel Kohle oder Gas. Außerdem entsteht bei der chemischen Reaktion (Kalkstein wird zu Kalkoxid) CO₂ - das ist kein Nebenprodukt, sondern Teil des Prozesses. Ein Tonne Zement erzeugt etwa 800 Kilogramm CO₂. Der Zementsektor verursacht 2 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen - mehr als der gesamte Flugverkehr. Alternativen wie Puzzolana, Flugasche oder kalkbasierte Bindemittel reduzieren diese Emissionen um bis zu 50 Prozent.

Wie finde ich einen Planer, der sich mit nachhaltigen Baustoffen auskennt?

Suchen Sie nach DGNB-geprüften Nachhaltigkeitsberatern oder Architekten mit Zertifikat „Nachhaltiges Bauen“. Diese Fachleute sind speziell geschult, Lebenszyklusanalysen zu erstellen und Materialien nach Emissionswerten zu bewerten. Die DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) führt eine öffentliche Liste mit zertifizierten Beratern. Auch das UmBauwende-Projekt bietet Schulungen für Planer an - fragen Sie bei Ihrer regionalen Energieagentur nach.

18 Kommentare

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    Maury Doherty

    November 19, 2025 AT 03:54

    Ich hab das Gefühl, wir bauen uns langsam aber sicher in eine Klima-Falle - mit Dämmplatten aus Erdöl und Zement, der mehr CO₂ macht als ein Flug nach New York. Und dann wundern wir uns, warum die Erde brennt.

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    Erika Conte

    November 21, 2025 AT 03:32

    Es ist bemerkenswert, wie sehr wir als Gesellschaft immer noch an einer anthropozentrischen Logik festhalten, die den Wert von Materialien ausschließlich über ihren Nutzen für den Menschen definiert - dabei ist doch der wahre Fortschritt darin zu erkennen, dass Baumaterialien nicht bloß Mittel zum Zweck sind, sondern aktive Akteure im ökologischen Kreislauf, die entweder Kohlenstoff speichern oder ihn freisetzen, je nachdem, ob wir sie mit Respekt oder mit Ignoranz behandeln.

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    stefan teelen

    November 22, 2025 AT 05:40

    HOLZ! HOLZ! HOLZ! Ich sag’s nochmal: HOLZ ist die Antwort! Nicht nur weil’s klimaneutral ist, sondern weil’s wunderschön ist, atmet, sich warm anfühlt und dich nachts nicht mit Chemie-Abgasen wach macht. Ich hab’s selbst gemacht - und mein Haus atmet jetzt. Endlich.

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    Eduard Pozo

    November 23, 2025 AT 11:58

    Ich hab vor 3 Jahren mein Dach saniert mit Hanfdämmung und Lehmputz - kostet mehr, aber der Unterschied in der Luftqualität? Unfassbar. Kein Schimmel, keine Staubwolken, keine Kopfschmerzen mehr. Und die Nachbarn fragen jetzt, wie ich das gemacht hab. Ich sag nur: Frag den Planer. Nicht den Händler.

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    Eduard Sisquella Vilà

    November 24, 2025 AT 08:52

    Die strukturelle Verdrängung der grauen Emissionen aus dem öffentlichen Bewusstsein stellt eine epistemologische Krise dar, die tief in den kapitalistischen Logiken der Produktivitätssteigerung und der externalisierten Umweltkosten verwurzelt ist. Eine nachhaltige Transformation erfordert daher nicht nur technische Innovationen, sondern eine radikale Rekonstruktion der wertepolitischen Grundlagen unseres Baubewusstseins.

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    Niall Durcan

    November 26, 2025 AT 04:38

    Irland hat keine Zementwerke, also reden wir hier über deutsche Probleme. Ihr solltet euch nicht mit Holzfaser beschäftigen, sondern mit den echten Klimasündern: den Franzosen mit ihren Betonblocks und den Niederländern mit ihren Plastikdämmungen. Wir haben hier ein deutsches Problem.

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    antoine vercruysse

    November 26, 2025 AT 21:17

    Ich hab vor drei Jahren in Brüssel ein Haus mit recyceltem Beton gebaut. Die Nachbarn dachten, ich sei verrückt. Heute fragen sie, wo sie das Material kaufen können. Es ist nicht teuer. Es ist nur neu. Und das macht Angst.

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    Franz Meier

    November 28, 2025 AT 18:46

    Wer sagt dass Holz besser ist? Ich hab neulich ne Dämmung aus Styropor gesehen die 20 Jahre hält. Und wer kümmert sich um die Entsorgung von allm dem Holz wenns kaputt is? Keiner. Und die Leute reden nur von CO2. Wo ist die Praxis?

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    Atarah Sauter

    November 29, 2025 AT 19:27

    Lasst uns endlich aufhören, uns zu rechtfertigen und einfach machen! Holzfaser, Lehm, recycelter Beton - das ist nicht schwer! Die Technik ist da, die Förderung ist da, die Politik ist da. Was fehlt? Mut! Fangt an! Egal wie klein!

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    Ingrid Braeckmans-Adriaenssens

    November 30, 2025 AT 02:09

    Ach ja, natürlich. Holz ist die Lösung. Und wer bezahlt das? Die Mieter? Die Rentner? Diejenigen, die sich schon heute fragen, ob sie ihre Heizung noch anschalten können? Schön, dass ihr alle in euren Einfamilienhäusern sitzt und über Nachhaltigkeit philosophiert. Ich wohne in einer 40m²-Wohnung mit 1970er-Isolierung. Und nein, ich kann mir kein Hanf nicht leisten.

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    kjetil wulff

    Dezember 2, 2025 AT 01:49

    Ich hab das letzte Jahr 3 Häuser saniert und alles mit Polystyrol gemacht. War billiger, schneller, und die Leute sind zufrieden. Wer will schon mit Lehm putzen? Das ist wie mit Erde wohnen. Und wer sagt, dass das klimafreundlich ist? Das ist doch nur wieder so ein deutscher Wahnsinn. Wir bauen doch nicht für die Zukunft, wir bauen für heute.

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    Kristine Melin

    Dezember 4, 2025 AT 00:54

    Holz speichert CO2? Ja. Aber was ist mit den Bäumen die gefällt werden? Und wer kontrolliert das? Und woher kommt das Holz? Und wer sagt, dass das nicht aus Brasilien kommt? Und was ist mit den Tieren? Und was ist mit den Kindern? Und was ist mit der Zukunft? Und was ist mit der Wahrheit?

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    Ofilia Haag

    Dezember 4, 2025 AT 09:24

    Die Transformation des Baugewerbes hin zu einer zirkulären, kohlenstoffnegativen Ökonomie erfordert eine paradigmatische Verschiebung, die über die bloße Substitution von Materialien hinausgeht und eine fundamentale Neubewertung der ästhetischen, sozialen und ökologischen Werte des Bauens impliziert. Die gegenwärtige Debatte bleibt auf einer technokratischen Ebene gefangen und verkennt die tiefere hermeneutische Dimension der Architektur als kulturelles Gedächtnis.

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    Anna Bauer

    Dezember 4, 2025 AT 16:56

    Alles Quatsch. Holz ist brennbar. Lehm ist instabil. Recycelter Beton hat Risse. Und wer hat das geprüft? Keiner. Die Fördergelder sind eine Mogelpackung. Die EPDs sind gefälscht. Und die DGNB? Ein Marketingverein. Wer glaubt, das ist nachhaltig, der ist naiv.

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    Nasja Wickerhauser

    Dezember 5, 2025 AT 00:23

    Warum müssen wir immer ausländische Lösungen übernehmen? In Deutschland haben wir Ziegel. Starke Ziegel. Aus unserer Erde. Aus unserer Tradition. Warum soll ich Holz aus Schweden importieren, wenn wir hier in Sachsen gute Ziegel haben? Das ist kulturelle Selbstverleugnung.

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    Felix Vayner

    Dezember 5, 2025 AT 20:42

    Ich hab’s gelesen. Ich hab’s verstanden. Ich hab’s aber nicht gemacht. Weil ich faul bin. Und weil ich keine Lust habe, mich mit EPDs zu beschäftigen. Und weil ich lieber mit dem Auto fahre. Und weil ich denke: Die Welt geht eh unter. Also warum soll ich mir das antun?

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    Jimmy Nathan

    Dezember 6, 2025 AT 10:47

    Ich hab vor zwei Jahren meine Außenwände mit Zellulose gedämmt. Hat 12% mehr gekostet. Aber die Luft ist besser, die Heizkosten sind um 40% runter, und ich schlafe ruhiger. Es ist nicht perfekt. Aber es ist ein Anfang. Und das zählt.

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    Matthias Ritzenhoff

    Dezember 7, 2025 AT 20:21

    EPD? DGNB? Klimaschutz? Das ist alles Greenwashing mit bürokratischen Schleifen. Die echte Lösung: weniger bauen. Weniger sanieren. Mehr bewahren. Alte Häuser nicht umbauen, sondern bewohnen. Und wenn sie kaputt sind? Dann lassen sie es ruhen. Nicht alles muss erneuert werden. Nicht alles muss effizient sein. Manchmal reicht es, zu existieren.

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