Schimmelproben im Labor: Ablauf, Kosten und wie man die Ergebnisse richtig versteht

Schimmelproben im Labor: Ablauf, Kosten und wie man die Ergebnisse richtig versteht

Angela Shanks 13 Mär 2026

Wenn du Schimmel in deiner Wohnung siehst, dann ist es nicht genug, nur zu sagen: „Das sieht nach Schimmel aus.“ Du willst wissen, was es genau ist, wie gefährlich es ist und was du dagegen tun musst. Nur ein Labor kann dir das sagen - mit Wissenschaft, nicht mit Vermutungen. Viele Menschen greifen zu Billiganalysen aus dem Baumarkt, aber die liefern oft nur halbe Antworten. Was wirklich zählt, ist eine genaue Laboranalyse. Hier erfährst du, wie der Ablauf funktioniert, was es kostet und wie du die Ergebnisse richtig liest.

Wie wird eine Schimmelprobe im Labor analysiert?

Es gibt drei Hauptmethoden, mit denen ein Labor Schimmel nachweist: Klebeprobe, Abstrichprobe und Luftprobe. Jede hat ihren Zweck.

  • Klebeprobe: Du nimmst einen Klebestreifen (ca. 4-5 cm lang), drückst ihn vorsichtig auf die sichtbare Schimmelstelle - nicht auf Papier, sondern auf eine Kunststoffrückseite. Der Kleber fängt die Sporen ein. Das Umweltbundesamt bestätigt diese Methode als verlässlich. Warum Kunststoff? Weil Papier die Sporen absorbieren oder verfälschen kann.
  • Abstrichprobe: Bei unebenen Flächen, wie Dichtungen, Fugen oder hinter Möbeln, wird ein steriler Abstrich (Swab) verwendet. Labor HL nutzt diese Methode besonders für schwer zugängliche Stellen. Der Abstrich wird in ein spezielles Röhrchen gesteckt, das dann ins Labor geschickt wird.
  • Luftprobe: Hier wird ein Petri-Teller mit Nährboden (Agar) in den Raum gestellt. Sporen schweben von alleine hinein und wachsen nach einigen Tagen sichtbar. Diese Methode zeigt, wie viel Schimmel in der Luft ist - besonders wichtig, wenn du Symptome wie Husten, Juckreiz oder Müdigkeit hast, aber keinen sichtbaren Schimmel siehst.

Alle Proben müssen genau dokumentiert werden: Datum, Uhrzeit, genauer Ort (z. B. „Wand links vom Fenster im Badezimmer“) und ob die Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ungewöhnlich war. Falsche Aufzeichnungen führen zu falschen Schlussfolgerungen.

Was kostet eine Schimmelanalyse?

Es gibt keine einheitlichen Preise - aber du kannst dich auf ein Spektrum von 80 bis 250 Euro einstellen. Was beeinflusst den Preis?

  • Einfache Klebeprobe: 80-120 Euro. Ideal, wenn du eine klare Schimmelstelle hast und nur wissen willst, welcher Pilz es ist.
  • Kombi-Test (Klebe + Luft): 150-200 Euro. Wenn du unsicher bist, ob der Schimmel nur sichtbar ist oder auch in der Luft verbreitet ist.
  • Vollanalyse mit Abstrich und Beratung: 200-250 Euro. Besonders sinnvoll bei Mietwohnungen, Rechtsstreitigkeiten oder wenn du gesundheitliche Beschwerden hast.

Die meisten Anbieter schicken dir ein Test-Kit per Post. Du bekommst alles: die Probenmaterialien, eine bebilderte Anleitung, einen vorausbezahlt frankierten Rückumschlag und manchmal sogar eine kostenlose Telefonberatung. Du zahlst erst, wenn du das Ergebnis bekommst - keine versteckten Kosten.

Warum sind Labortests besser als DIY-Tests?

Du findest im Internet viele Tests für unter 30 Euro. Die versprechen Ergebnisse in 3-5 Tagen. Klingt toll - aber sie sind irreführend.

Diese Billigtests arbeiten mit Farbveränderungen auf Nährböden. Wenn sich etwas grün oder schwarz färbt, sagen sie: „Schimmel!“ Aber sie können nicht sagen, welcher Schimmel. Ist es harmloser Penicillium - oder der gefährliche Stachybotrys, auch „toxischer schwarzer Schimmel“ genannt? Keine Ahnung.

Ein echtes Labor hingegen untersucht die Proben unter dem Mikroskop. Experten erkennen Form, Größe, Struktur. Sie zählen die Sporen pro Kubikmeter Luft oder pro Quadratzentimeter Fläche. Sie vergleichen mit Referenzdatenbanken. Und sie sagen genau: „In Ihrem Schlafzimmer wurden 2.300 Sporen/m³ von Aspergillus versicolor nachgewiesen - das liegt im Bereich, der bei empfindlichen Personen zu Atembeschwerden führen kann.“

Das ist der Unterschied: Ein DIY-Test sagt „da ist Schimmel“. Ein Labor sagt: „Das ist Schimmel - und das ist das, was du tun musst.“

Wissenschaftler untersucht Schimmelsporen unter dem Mikroskop in einem Labor.

Was steht in deinem Laborbericht?

Dein Ergebnis kommt meist als PDF per E-Mail. Es sieht nicht aus wie ein wissenschaftliches Papier - es ist klar, übersichtlich, oft mit Grafiken. Hier ist, was du finden wirst:

  • Erkannte Schimmelpilzgattungen: Nicht nur „Schimmel“, sondern genau: Cladosporium, Penicillium, Aspergillus, Stachybotrys usw. Jeder hat andere Gesundheitsrisiken.
  • Keimzahlen: Wie viele Sporen pro Kubikmeter Luft oder pro cm² Fläche? Ein Wert über 1.000 Sporen/m³ bei Luftproben gilt als erhöht, über 5.000 als stark belastet.
  • Gesundheitsbewertung: Die Labore bewerten die Gefahr: „gering“, „mittel“ oder „hoch“. Stachybotrys wird immer als „hoch“ eingestuft - selbst bei geringer Konzentration.
  • Handlungsempfehlungen: „Entfernen Sie die betroffene Tapete“, „Prüfen Sie die Dachdämmung auf Feuchtigkeit“, „Lüften Sie mindestens 3x täglich 10 Minuten.“
  • Mögliche Ursachen: Ein guter Bericht erklärt auch, warum der Schimmel entstanden ist: Undichte Rohre? Fehlende Dämmung? Falsches Lüftungsverhalten?

Einige Labore, wie Institut Ziemer, liefern sogar gerichtsfeste Gutachten - also Berichte, die vor Gericht als Beweis gelten. Das ist besonders wichtig, wenn du mit deinem Vermieter streitest.

Was passiert, wenn du die Probe falsch nimmst?

Es ist kein seltenes Problem. Du denkst, du tust alles richtig - und dann kommt das Ergebnis: „Keine Schimmelpilze nachgewiesen.“ Aber du siehst doch den Schimmel! Was ist los?

Einige häufige Fehler:

  • Klebestreifen auf Papier geklebt: Das Umweltbundesamt warnt explizit davor. Papier saugt Sporen auf - und das Labor sieht nichts.
  • Probe an feuchter Stelle genommen, aber nicht dokumentiert: Wenn du nicht angibst, dass du direkt neben einer undichten Wand probiert hast, kann das Labor nicht einschätzen, ob es sich um eine lokale oder systemische Belastung handelt.
  • Proben nach dem Putzen genommen: Du hast den Schimmel abgewischt - und dann probiert. Dann ist natürlich nichts mehr da. Die Probe muss vor der Reinigung erfolgen.
  • Probe nicht innerhalb von 48 Stunden versandt: Sporen können sich verändern oder absterben. Die Proben müssen frisch sein.

Alle seriösen Anbieter schicken dir eine detaillierte Anleitung mit Bildern. Lies sie. Folge ihr. Und wenn du unsicher bist - ruf an. Umweltanalyse-Direkt, Labor HL und Institut Ziemer bieten kostenlose Hotlines mit langjährigen Experten. Sie helfen dir, die Probe richtig zu machen.

Laborbericht auf einem Laptop zeigt Schimmelpilzarten und Gesundheitsbewertung an.

Was ist mit gesundheitlichen Risiken?

Nicht jeder Schimmel ist giftig. Aber alle können allergisch wirken. Der Körper reagiert auf Sporen als Fremdkörper - besonders bei Kindern, Älteren oder Menschen mit Asthma.

Einige Gattungen sind besonders problematisch:

  • Stachybotrys chartarum: Wird oft als „toxischer schwarzer Schimmel“ bezeichnet. Kann Atemwegsreizungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit verursachen. Selten, aber extrem gefährlich.
  • Aspergillus fumigatus: Kann bei Immunschwäche schwere Lungeninfektionen auslösen.
  • Penicillium: Sehr verbreitet. Verursacht meist Allergien, aber selten schwere Erkrankungen.
  • Cladosporium: Häufig in der Luft. Kann Asthma verschlimmern.

Ein Labor sagt dir: „Sie haben eine hohe Konzentration von Cladosporium - das erklärt Ihre jährlichen Hustenanfälle im Winter.“ Das ist kein Gerücht. Das ist messbar. Und das ist der erste Schritt zur Besserung.

Was kommt nach dem Ergebnis?

Dein Laborbericht ist kein Ende - er ist der Start. Wenn der Schimmel nur an einer Wand ist, reicht oft ein Abziehen der Tapete und eine gründliche Reinigung mit einem speziellen Schimmelentferner. Wenn die Ursache eine undichte Leitung ist, brauchst du einen Klempner. Wenn es ein Baufehler ist, brauchst du einen Sachverständigen.

Einige Labore bieten sogar einen Nachberatungsservice an: Du schickst ein Foto der Stelle nach der Reinigung - und sie sagen dir, ob es noch Risiken gibt. Das ist kein Service, das ist Verantwortung.

Und wenn du Mieter bist? Der Bericht ist dein wichtigster Beweis. In Deutschland musst du den Vermieter nicht nur informieren - du kannst ihn auch zur Beseitigung verpflichten. Ein Laborbericht macht das rechtssicher.

Wie wähle ich das richtige Labor?

Nicht alle Labore sind gleich. Suche nach:

  • DIN EN ISO/IEC 17025-Zertifizierung: Das ist der Goldstandard. Es garantiert, dass das Labor technisch kompetent und nachweislich korrekt arbeitet.
  • Klare Ergebnisformate: Kein „Gutachten“ mit 20 Seiten Fachjargon. Du willst eine klare Zusammenfassung.
  • Telefonische Beratung: Wenn du die Ergebnisse nicht verstehst, solltest du jemanden anrufen können - und nicht nur eine E-Mail schreiben.
  • Transparenz bei Kosten: Keine versteckten Gebühren für die Auswertung oder Versand.

Umweltanalyse-Direkt, Labor HL, Checknatura und Institut Ziemer sind alle etabliert und in Deutschland weit verbreitet. Du kannst dich auf sie verlassen - solange du die Anleitungen befolgst.