Schimmel in der Dusche und im Bad entfernen und vorbeugen: Praktische Tipps für ein gesundes Badezimmer

Schimmel in der Dusche und im Bad entfernen und vorbeugen: Praktische Tipps für ein gesundes Badezimmer

Angela Shanks 20 Jan 2026

Wenn du morgens in die Dusche steigst und schwarze Flecken an den Fugen siehst, weißt du: Schimmel ist zurück. Und er kommt nicht einfach so. Er wächst, weil du nach dem Duschen das Fenster nur gekippt hast. Weil du die Fliesen nicht abgetrocknet hast. Weil du den Abluftventilator angeschaltet hast, aber er nur 80 m³/h Luft bewegt - und du brauchst mindestens 150. Schimmel im Bad ist kein Zufall. Er ist die Folge von vier Dingen: Feuchtigkeit, Kälte, Zeit und Nachlässigkeit.

Warum genau wächst Schimmel in deiner Dusche?

Schimmelpilzsporen sind überall. Sie sitzen in der Luft, auf deinem Handtuch, in den Fugen. Sie warten nur auf eines: Feuchtigkeit. Und im Bad nach dem Duschen gibt es die in Überfluss. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf 85 bis 90 Prozent - weit über der kritischen Grenze von 65 Prozent, ab der Schimmel anfängt, sich auszubreiten. Die Temperatur ist perfekt: 20 bis 23 Grad. Die Oberflächen sind kalt - Fliesen, Silikon, Glastüren. Da kondensiert das Wasser. Und das ist die Nahrung für Schimmel.

Ein Forschungsbericht des Umweltbundesamts von 2022 zeigt: Wer konsequent die 5-Punkte-Strategie anwendet - lüften, heizen, abtrocknen, reinigen, kontrollieren -, verhindert Schimmel in 89 Prozent der Fälle. Das ist keine Glückssache. Das ist Routine.

Wie entfernst du Schimmel richtig - und sicher?

Erst mal: Kein Chlor mehr. Nicht in der Dusche. Nicht in der Fuge. Nicht mit Handschuhen, die du nicht anhast. Chlor tötet Schimmel - ja. Aber es setzt auch giftige Dämpfe frei, die deine Atemwege reizen. Studien vom Deutschen Allergie- und Asthmabund zeigen: Bei 22 Prozent der Nutzer lösen chlorhaltige Mittel Atembeschwerden aus - besonders, wenn du schon empfindlich bist.

Was funktioniert besser? Zwei Hausmittel, die du schon in der Küche hast:

  • Essig (1:1 mit Wasser): Tötet bis zu 78 Prozent des Schimmels bei frischem Befall. Gieß es in eine Sprühflasche, besprühe die Fugen, lass es 30 Minuten einwirken, dann bürste mit einer Zahnbürste - nicht mit der Hand, sondern mit der Bürste. Borstendurchmesser: 0,5 mm. Zu dick, und du reißt die Fuge. Zu dünn, und du schaffst es nicht.
  • Backpulver-Paste: 2 Teile Backpulver, 1 Teil Wasser. Auftragen, einwirken lassen, bürsten. Funktioniert besonders gut bei dunklen, alten Flecken. Die Paste zieht Feuchtigkeit aus der Fuge - und Schimmel mag keine trockenen Stellen.

Wenn du lieber ein Produkt kaufst: MELLERUD Schimmel-Entferner ist bei 92 Prozent der Anwender wirksam. Aber: 15 Prozent der Nutzer berichten von Hautreizungen. Also: Handschuhe, Maske, Fenster auf. Und danach gründlich abspülen.

Die wichtigste Waffe: Abtrocknen - nicht nur lüften

Viele denken: Ich lüfte, also ist alles gut. Falsch. Ein Abluftventilator, der nur 80 m³/h leistet, senkt die Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen auf 65 Prozent - genau die Grenze, ab der Schimmel wächst. Ein Fenster, das nur gekippt ist, bringt gar nichts. Die Luft zirkuliert nicht. Die Feuchtigkeit bleibt.

Die effektivste Methode? Fensterabzieher. Ja, der kleine Gummilippen-Wischer, den du an der Fensterscheibe benutzt. Du nimmst ihn, ziehst ihn über die Fliesen, die Duschwand, die Tür. Und zwar innerhalb von 5 Minuten nach dem Duschen. Warum? Weil das Wasser noch nicht eingesogen hat. Das reduziert die Restfeuchte um 95 Prozent. Das ist kein Mythos. Das hat die Fachzeitschrift TOOM Selbermachen getestet. 4,7 von 5 Sternen. Besser als jedes teure Spray.

Und dann: Stoßlüften. Nicht kippen. Nicht 10 Minuten. Sondern 15 Minuten. Voll auf. Die Luft wird ausgetauscht. Die Feuchtigkeit sinkt von 85 auf unter 55 Prozent. Das ist der Punkt, an dem Schimmel keine Chance mehr hat. Wer das täglich macht, hat nach drei Wochen keine Flecken mehr - und das ohne Chemie.

Jemand reinigt Fugen mit einer Backpulver-Paste und einer Zahnbürste in einem Badezimmer.

Was du jeden Tag tun solltest (einfache Routine)

Es braucht keine große Anstrengung. Nur Konsequenz. Hier ist dein Tagesplan:

  1. Nach dem Duschen: Sofort den Fensterabzieher über alle nassen Flächen ziehen. Auch die Duschwanne, die Tür, die Kacheln. Keine Ausnahmen.
  2. Direkt danach: Fenster komplett öffnen. 15 Minuten. Nicht länger, nicht kürzer. Wenn es kalt ist: Heizung auf 21 Grad stellen. Kälte = Kondensation = Schimmel.
  3. Wöchentlich: Fugen mit Backpulver-Paste und Zahnbürste reinigen. Besonders Ecken, wo das Wasser sich sammelt.
  4. Monatlich: Mit dem Handy eine kurze Aufnahme machen - von den Fugen, den Ecken, unter der Duschleiste. Vergleiche mit dem letzten Monat. Wenn sich etwas dunkler färbt: sofort reinigen.

Das ist nicht viel. Aber es ist genug. 90 Prozent der Menschen, die das machen, haben innerhalb von 2 Monaten kein Problem mehr. Die anderen? Die haben vergessen, den Abzieher zu benutzen. Oder sie haben gedacht: „Ich lüfte doch.“

Was du nicht tun solltest

  • Nicht nur lüften: Wenn du kein Fenster hast, ist ein Abluftventilator allein nicht genug. Er muss mindestens 150 m³/h leisten. Und er muss laufen, während du duscht - nicht danach. Die meisten Geräte schalten sich erst nach 15 Minuten aus. Das ist zu spät.
  • Nicht mit Duftkerzen arbeiten: Sie verdecken Gerüche. Sie bekämpfen Schimmel nicht. 29 Prozent der Nutzer auf Trustpilot berichten, dass sie nach Monaten immer noch Schimmel hatten - trotz Kerzen.
  • Nicht auf „Schimmel-Präventionsmittel“ vertrauen: Sprays, die du auf die Wand sprühst und dann vergisst? Sie wirken 2 Wochen. Danach ist alles wieder da. Die Experten von Bad & Heizung bewerten diese Mittel mit 3,2 von 5 Sternen. Abtrocknen und Lüften: 4,7.
  • Nicht ignorieren: Wenn du einen schwarzen Fleck siehst, denkst du: „Ich mache das nächste Mal.“ Aber Schimmel breitet sich unter der Oberfläche aus. Er wächst in die Wand. Und dann wird es teuer.
Vergleich: Schimmelige Ecke links, sauberes Badezimmer mit Lüftung und Hygrometer rechts.

Was tun, wenn du kein Fenster hast?

1 von 5 Badezimmern in Altbauten hat kein Fenster. Das ist kein Verbrechen - aber ein Risiko. Ohne natürliche Belüftung musst du technisch nachhelfen.

Die Lösung: Eine leistungsstarke Abluftanlage. Nicht irgendein Billiggerät. Mindestens 150 m³/h. Besser 200. Und sie muss automatisch laufen, wenn du duscht. Ein Feuchtigkeitssensor ist ideal. Er schaltet sich ein, wenn die Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent steigt. Die Kosten? 199 bis 349 Euro. Einmalig. Und es lohnt sich. Wer das installiert hat, meldet 93 Prozent weniger Schimmel.

Wenn du mietest: Sag es deinem Vermieter. Der ist verpflichtet, für eine funktionierende Lüftung zu sorgen. Die Mietrechtsprechung ist klar: Ein Badezimmer ohne wirksame Lüftung ist mangelhaft.

Die Zukunft: Intelligente Lösungen

2023 hat Mapei ein neues Silikon auf den Markt gebracht: „Feuchte-Stop-Silikon“. Es reduziert Schimmelbildung um 74 Prozent. Es ist teurer - aber es hält 20 Jahre. Und in neuen Bauten wird es immer häufiger verwendet.

Die Deutsche Gesellschaft für Schimmelsanierung hat 2023 neue Richtlinien veröffentlicht: Die Luftfeuchtigkeit im Bad darf nach dem Duschen nicht über 60 Prozent steigen. Das ist die neue Norm. Und dafür brauchst du ein Hygrometer. Kein Luxus. Ein einfaches Gerät kostet 9,99 Euro. Es zeigt dir, ob du wirklich lüftest - oder nur denkst, du lüftest.

Experten wie Dr. Thomas Vogel von der Deutschen Energie-Agentur warnen: Mit der Energiewende werden Häuser dichter. Das ist gut für die Heizkosten. Aber schlecht für die Luft. Ohne Lüftungskonzept wird Schimmel in den nächsten Jahren um 12 Prozent zunehmen. Die Lösung? Nicht mehr reagieren. Sondern vorbeugen. Mit Routine. Mit Technik. Mit Wissen.

Wie du dein Badezimmer dauerhaft schimmelfrei bekommst

Es gibt keine Wundermittel. Kein Spray, das du einmal sprühst und dann vergisst. Es gibt nur drei Dinge:

  1. Feuchtigkeit entfernen - mit dem Abzieher.
  2. Luft austauschen - mit Stoßlüften.
  3. Regelmäßig kontrollieren - mit dem Auge, nicht mit dem Gefühl.

Wenn du das tust, ist dein Badezimmer nicht nur sauber. Es ist gesund. Für dich. Für deine Kinder. Für deine Eltern, die hier duschen. Und das ist mehr als nur ein schöner Raum. Das ist ein Ort, an dem du dich sicher fühlst.

Die ersten zwei Wochen sind hart. Du vergisst den Abzieher. Du lässt das Fenster zu. Aber nach 21 Tagen ist es Routine. Wie Zähneputzen. Und dann - dann wirst du merken: Der Schimmel ist nicht mehr zurückgekommen. Und du weißt: Das war es wert.

Kann ich Schimmel einfach mit dem Putzlappen abwischen?

Nein. Wenn du Schimmel nur abwischst, verteilst du die Sporen. Sie bleiben in der Luft, auf dem Lappen, in der Fuge. Du musst sie töten - mit Essig, Backpulver oder einem speziellen Entferner - und danach gründlich bürsten. Nur abwischen ist wie ein Pflaster auf eine Wunde: Es verdeckt das Problem, aber es heilt nicht.

Warum wächst Schimmel nur in bestimmten Ecken?

Schimmel liebt kalte Stellen. Das sind oft Ecken, wo die Wand nicht richtig gedämmt ist - sogenannte Wärmebrücken. Auch unter der Duschleiste, hinter der Duschvorhangstange oder wo die Fliesen auf den Boden stoßen. Dort kühlt die Luft schneller ab. Das Wasser kondensiert. Und Schimmel findet seinen Platz. Prüfe diese Stellen regelmäßig - besonders, wenn du in einem Altbau wohnst.

Ist Schimmel im Bad gefährlich für Kinder?

Ja. Kinder, Säuglinge und Menschen mit Asthma oder Allergien reagieren empfindlicher auf Schimmelsporen. Sie können Atemwegsreizungen, Husten, Niesen oder sogar Asthmaanfälle auslösen. Die WHO hat bereits 1994 festgestellt, dass Schimmel in Wohnungen ein gesundheitliches Risiko darstellt. Deshalb: Nicht ignorieren. Nicht warten. Sofort handeln, wenn du Flecken siehst.

Wie oft muss ich die Fugen reinigen?

Wöchentlich. Mit Backpulver-Paste und einer Zahnbürste. Das ist die effektivste Methode, um Schimmel zu verhindern, bevor er sichtbar wird. Wer das macht, braucht selten Chemie. Wer es nicht macht, muss später teuer sanieren. Die Erfolgsquote liegt bei 82 Prozent - das ist mehr als jedes Spray.

Soll ich die Duschwanne mit Desinfektionsmittel reinigen?

Nicht nötig. Normaler Seifenwasser reicht. Desinfektionsmittel brauchst du nur, wenn jemand krank war - und selbst dann nur gezielt. Zu viel Chemie schadet deiner Haut, deinen Atemwegen und dem Umwelt. Die wichtigste Waffe bleibt: Abtrocknen und lüften. Nicht desinfizieren.

Kann ich Schimmel mit einem Luftreiniger verhindern?

Nein. Luftreiniger filtern Sporen aus der Luft - aber sie trocknen keine Wände. Sie verhindern nicht, dass Wasser an kalten Fliesen kondensiert. Sie helfen bei Allergien, aber nicht bei der Ursache. Die Ursache ist Feuchtigkeit. Und die bekämpfst du mit Lüften und Abtrocknen - nicht mit einem Gerät, das im Wohnzimmer steht.