Handwerker-Angebote vergleichen und bewerten bei Sanierungsarbeiten: So sparst du bis zu 30 Prozent

Handwerker-Angebote vergleichen und bewerten bei Sanierungsarbeiten: So sparst du bis zu 30 Prozent

Angela Shanks 13 Jan 2026

Wenn du eine Sanierung planst, ist das erste, was du tun solltest, nicht den ersten Handwerker zu bestellen, der dir ein Angebot macht. Du solltest mindestens drei Angebote einholen. Warum? Weil die Preisunterschiede zwischen Handwerksbetrieben bei Sanierungsarbeiten oft zwischen 5 und 35 Prozent liegen - manchmal mehr. Eine Studie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks aus Februar 2023 zeigt: Bei identischen Projekten wie Dachdämmung oder Fenstertausch variieren die Angebote durchschnittlich um 18,7 Prozent. Das bedeutet: Wenn deine Sanierung 20.000 Euro kosten würde, könntest du mit einem guten Vergleich bis zu 3.700 Euro sparen - oder mehr.

Warum du nicht einfach das günstigste Angebot nimmst

Das günstigste Angebot ist nicht immer das beste. Das haben schon viele Hausbesitzer gelernt - oft zu teuer. Ein Angebot mit 15 Prozent niedrigerem Preis klingt verlockend, aber wenn es keine Angaben zu den verwendeten Dämmstoffen enthält, keine Materialnummern, keine Arbeitsstunden und keine Garantiebedingungen, dann ist es wertlos. Laut einer Analyse von Doozer.de aus dem Jahr 2023 enthalten 68 Prozent der angebotenen Sanierungsunterlagen unvollständige Leistungsbeschreibungen. Das führt später zu Nachträgen - oft 1.000 bis 2.500 Euro mehr am Ende.

Ein Beispiel aus Lübeck: Ein Hausbesitzer nahm ein Angebot für die Außenwanddämmung an, das 12.000 Euro kostete. Das Angebot nannte nur „Dämmung mit EPS“ - aber nicht die Dicke, nicht die Dichte, nicht den Hersteller. Nachdem der Handwerker begann, stellte sich heraus, dass er ein billigeres EPS-Material verwendete, das nicht den Anforderungen der Förderung entsprach. Die Nachbesserung kostete 1.800 Euro extra - und die Förderung wurde gekürzt. Das hätte man vermeiden können, wenn das Angebot detailliert gewesen wäre.

Was ein gutes Angebot genau enthalten muss

Ein professionelles Angebot für Sanierungsarbeiten sollte mindestens 15 klare Positionen enthalten. Keine vagen Formulierungen wie „Gesamtarbeit“ oder „Komplettverkleidung“. Jede Position braucht:

  • Genauere Beschreibung: „Außenwanddämmung mit 16 cm mineralischer Wollplatte (Knauf Insulation, Typ DS 40), verputzt mit Kalk-Zement-Putz (Dünnschicht, 3 mm), inklusive Anschlussdetails an Fenster und Dach“
  • Menge: „120 m²“
  • Einheitspreis: „115,00 €/m²“
  • Gesamtpreis: „13.800,00 €“
  • Arbeitsstunden: „140 h“
  • Materialnummer oder Hersteller: „Knauf DS 40, Artikel-Nr. 774821“
  • Garantie: „2 Jahre auf Arbeit, 10 Jahre auf Material“
  • Förderfähigkeit: „BEG-Förderung nach Bafa-Liste möglich“

Diese Details sind nicht nur für dich wichtig - sie sind auch Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern. Seit Januar 2021 ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) für viele Förderprogramme verpflichtend. Nur wenn die Angebote mit dem iSFP übereinstimmen, bekommst du das Geld. Ein Angebot ohne diese Details ist nicht nur unvollständig - es ist förderunfähig.

Wie du die richtigen Handwerker findest

Du kannst nicht einfach in der Zeitung nach Handwerkern suchen und hoffen, dass sie gut sind. Die besten Angebote kommen von Handwerkern, die sich auf Sanierungen spezialisiert haben - nicht auf Neubauten oder Reparaturen. Laut einer Umfrage des Verbands der Energieberater (VEB) aus Mai 2023 nutzen 63 Prozent aller Hausbesitzer, die Fördermittel beantragen, digitale Plattformen, um Handwerker zu finden. Warum? Weil diese Plattformen Handwerker prüfen.

Einige Plattformen wie Enter.de prüfen die Handwerker persönlich: Sie verlangen Nachweise über Qualifikationen, Versicherungen und Referenzen. Andere wie Blauarbeit.de funktionieren wie eine Auktion - hier bieten Handwerker einfach auf deine Anfrage, ohne dass jemand prüft, ob sie wirklich was können. Das ist riskant. Ein Handwerker, der 20 Prozent unter dem Marktpreis bietet, könnte entweder sehr effizient sein - oder er nutzt billige Materialien, arbeitet ohne Versicherung oder verschwindet nach der ersten Zahlung.

Verlasse dich nicht auf Bewertungen allein. Eine 4,5-Sterne-Bewertung auf Trustpilot kann auch manipuliert sein. Frag lieber nach konkreten Referenzen: „Können Sie mir drei Projekte aus den letzten 12 Monaten nennen, die ähnlich sind wie meins?“ Rufe diese Kunden an. Frag: „Hatten Sie Nachträge? War der Handwerker pünktlich? Hat er Fragen beantwortet?“

Gegensatz: unklare Dämmung mit EPS links vs. präzise mineralische Wollplatte mit Förderhinweis rechts an einem Haus.

Plattformen im Vergleich: Was funktioniert wirklich?

Es gibt viele Plattformen, die dir helfen sollen - aber nicht alle sind gleich. Hier ist ein klarer Überblick:

Vergleich der wichtigsten Angebotsvergleichsplattformen für Sanierungsarbeiten
Plattform Stärken Schwächen Bester für
Enter.de Erstellt den verpflichtenden iSFP, Vor-Ort-Beratung, geprüfte Handwerker, Förderunterstützung Weniger schnell, nur bei komplexen Projekten sinnvoll Energetische Sanierungen (Dach, Fassade, Heizung)
RENEWA.de Bewertet bereits vorliegende Angebote durch Energieberater, kostenlos, schnell Keine Handwerkervermittlung, nur Bewertung Du hast schon 2-3 Angebote und willst wissen, welches das beste ist
Sanierungskosten-vergleich.de 5 Minuten online ausfüllen, bis zu 3 Angebote in 48 Stunden, einfach Keine Vor-Ort-Beratung, keine Förderunterstützung Kleinere Projekte (Fenster, Boden, Badezimmer)
Blauarbeit.de Vielfältige Handwerker, oft niedrige Preise Keine Prüfung der Handwerker, Preis- und Leistungsunsicherheit Nur für sehr einfache Reparaturen - nicht für Sanierungen

Wenn du eine komplette Fassadensanierung mit Dämmung und neuen Fenstern planst, geh zu Enter.de. Wenn du nur deine drei alten Fenster austauschen willst, reicht Sanierungskosten-vergleich.de. Und wenn du schon drei Angebote hast, aber nicht weißt, welches passt - dann nutze RENEWA.de, um sie von einem unabhängigen Energieberater prüfen zu lassen.

Der Ablauf: So machst du es richtig

Hier ist ein realistischer Zeitplan für einen erfolgreichen Vergleich - von der Idee bis zur Unterschrift:

  1. Phase 1: Klare Leistungsbeschreibung erstellen (1-3 Tage)
    Notiere genau, was du machen willst: Welche Wände? Welche Fenster? Welche Heizung? Welche Förderung? Nutze die Checkliste vom ZDH: 10 Punkte, mindestens. Beispiel: „Austausch aller 14 Fenster im Erdgeschoss gegen Wärmeschutzfenster mit Uw-Wert 0,95, inklusive Montage, Abbruch, Entsorgung, Anschluss an bestehende Dämmung.“
  2. Phase 2: Mindestens 5 Handwerker kontaktieren (2-5 Tage)
    Verwende keine 3 Plattformen gleichzeitig. Wähle eine. Enter.de oder Sanierungskosten-vergleich.de. Kontaktiere zusätzlich zwei lokale Handwerker, die du kennst oder die Empfehlungen haben.
  3. Phase 3: Vor-Ort-Termin vereinbaren (3-7 Tage)
    Ein Angebot ohne Besichtigung ist ein Risiko. Der Handwerker muss deine Wohnung sehen, den Zustand prüfen, die Zugänge prüfen. Nur so kann er ein realistisches Angebot machen.
  4. Phase 4: Angebote vergleichen (2-4 Tage)
    Leg alle Angebote nebeneinander. Streiche alle mit unklaren Positionen. Berechne den Preis pro Quadratmeter oder pro Fenster. Prüfe, ob alle Förderkriterien erfüllt sind. Frag dich: „Würde ich diesem Handwerker 20.000 Euro anvertrauen?“
  5. Phase 5: Entscheiden und unterschreiben
    Nimm nicht das günstigste. Nimm das klarste, professionellste, am besten mit persönlichem Kontakt. Wenn du unsicher bist - frag RENEWA.de um eine kostenlose Bewertung.
Vergleich der Sanierungsplattformen Enter.de, RENEWA.de und Sanierungskosten-vergleich.de mit Risiko- und Vertrauensmarkierungen.

Was du nach der Entscheidung tun musst

Nachdem du unterschrieben hast, ist der Prozess nicht vorbei. Du musst jetzt aktiv bleiben:

  • Verlange eine schriftliche Auftragsbestätigung mit allen Positionen - nicht nur eine Rechnung.
  • Prüfe, ob der Handwerker die Förderanträge für dich ausfüllt - oder ob du das selbst machst. Die BAFA-Plattform ist kompliziert. Ein guter Handwerker hilft dabei.
  • Halte alle Rechnungen, Fotos und Protokolle. Du brauchst sie für die Förderung und bei Streitigkeiten.
  • Bezahle nicht alles vorher. 30 Prozent Anzahlung sind normal. Der Rest nach Abschluss und Prüfung.

Ein Hausbesitzer aus Lübeck, der im Dezember 2023 seine Dachdämmung sanieren ließ, hat 22 Prozent gespart - 4.850 Euro - nur weil er drei Angebote verglichen hat. Er hat auch einen Energieberater hinzugezogen, der das beste Angebot ausgewählt hat. Er sagt: „Ich dachte, ich sparte Zeit, wenn ich schnell was unterschreibe. Aber ich hätte 6.000 Euro mehr bezahlt, wenn ich nicht verglichen hätte.“

Was passiert, wenn du nichts tust?

Sanierungskosten steigen jedes Jahr um durchschnittlich 8,5 Prozent. Die Energiepreise sind hoch. Die Förderung ist kompliziert. Wer nicht vergleicht, zahlt mehr - und bekommt oft schlechtere Ergebnisse. Ein unvollständiges Angebot führt zu Nachträgen. Ein unqualifizierter Handwerker führt zu Schäden. Ein falsches Material führt zu Schimmel. Und eine fehlende Förderung führt zu einem Verlust von 10.000 Euro oder mehr.

Es ist kein Luxus, Angebote zu vergleichen. Es ist eine Notwendigkeit. Und es ist einfacher, als du denkst. Mit einem klaren Plan, drei Angeboten und etwas Recherche sparst du Geld - und bekommst eine Sanierung, die wirklich hält.

Wie viele Angebote sollte ich mindestens einholen?

Mindestens drei. Laut Experten des Energie-Fachberaters und der Zentralstelle für Energieberatung (ZfE) ist das die Mindestanzahl, um echte Preisunterschiede zu erkennen. Bei komplexen Projekten wie Fassadensanierungen oder Heizungsumstellungen ist es sinnvoll, bis zu fünf Angebote einzuholen, um die besten Konditionen und die höchste Qualität zu finden.

Kann ich ein Angebot ohne Vor-Ort-Besichtigung vertrauen?

Nein. Ein Angebot ohne persönliche Besichtigung ist fast immer ungenau. Handwerker können nicht wissen, wie dick die alte Dämmung ist, ob es Feuchtigkeitsschäden gibt, ob die Tragwerke stabil sind - ohne vor Ort zu sein. 68 Prozent der unvollständigen Angebote enthalten genau diese Fehler. Eine Vor-Ort-Besichtigung ist kein Bonus - sie ist die Voraussetzung für ein verlässliches Angebot.

Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) und warum brauche ich ihn?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein offizieller Plan, der von einem Energieberater erstellt wird und genau beschreibt, welche Sanierungsmaßnahmen du durchführen solltest, in welcher Reihenfolge und warum. Seit Januar 2021 ist er verpflichtend, wenn du Fördermittel aus dem Bundesprogramm für effiziente Gebäude (BEG) beantragen willst. Ohne iSFP bekommst du kein Geld. Plattformen wie Enter.de erstellen ihn für dich - das ist einer ihrer größten Vorteile.

Wie erkenne ich, ob ein Handwerker seriös ist?

Ein seriöser Handwerker: 1) Hat eine gültige Handwerksrolle oder Meisterbrief, 2) Zeigt dir seine Versicherungsbescheinigung (Haftpflicht und Bauwesen), 3) Gibt dir klare Referenzen, 4) Erklärt dir die Materialien und Techniken, 5) Vermeidet vage Formulierungen wie „alles inklusive“. Wenn er nicht auf Fragen antwortet oder Druck ausübt, geh weg.

Wie viel kann ich wirklich sparen?

Im Durchschnitt sparen Hausbesitzer 15-25 Prozent, wenn sie mindestens drei Angebote vergleichen. Einige erreichen bis zu 30 Prozent - besonders bei großen Projekten wie Dach- oder Fassadensanierungen. Die Plattform Sanierungskosten-vergleich.de dokumentiert, dass Nutzer durchschnittlich 20 Prozent einsparen. Das ist kein Zufall - das ist System. Wer nicht vergleicht, zahlt mehr.

Sind kostenlose Angebotsvergleichsplattformen vertrauenswürdig?

Ja - aber nur, wenn sie transparent sind. Plattformen wie Enter.de, RENEWA.de und Sanierungskosten-vergleich.de sind kostenlos für Hausbesitzer, weil sie von den Handwerkern bezahlt werden, wenn sie einen Auftrag bekommen. Das ist normal. Achte darauf, dass sie nicht nur die billigsten Handwerker vermitteln, sondern die besten. Wenn eine Plattform nur auf Preis setzt und nicht auf Qualität, dann ist sie riskant.