Wenn du eine Sanierung planst, ist das erste, was du tun solltest, nicht den ersten Handwerker zu bestellen, der dir ein Angebot macht. Du solltest mindestens drei Angebote einholen. Warum? Weil die Preisunterschiede zwischen Handwerksbetrieben bei Sanierungsarbeiten oft zwischen 5 und 35 Prozent liegen - manchmal mehr. Eine Studie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks aus Februar 2023 zeigt: Bei identischen Projekten wie Dachdämmung oder Fenstertausch variieren die Angebote durchschnittlich um 18,7 Prozent. Das bedeutet: Wenn deine Sanierung 20.000 Euro kosten würde, könntest du mit einem guten Vergleich bis zu 3.700 Euro sparen - oder mehr.
Warum du nicht einfach das günstigste Angebot nimmst
Das günstigste Angebot ist nicht immer das beste. Das haben schon viele Hausbesitzer gelernt - oft zu teuer. Ein Angebot mit 15 Prozent niedrigerem Preis klingt verlockend, aber wenn es keine Angaben zu den verwendeten Dämmstoffen enthält, keine Materialnummern, keine Arbeitsstunden und keine Garantiebedingungen, dann ist es wertlos. Laut einer Analyse von Doozer.de aus dem Jahr 2023 enthalten 68 Prozent der angebotenen Sanierungsunterlagen unvollständige Leistungsbeschreibungen. Das führt später zu Nachträgen - oft 1.000 bis 2.500 Euro mehr am Ende.Ein Beispiel aus Lübeck: Ein Hausbesitzer nahm ein Angebot für die Außenwanddämmung an, das 12.000 Euro kostete. Das Angebot nannte nur „Dämmung mit EPS“ - aber nicht die Dicke, nicht die Dichte, nicht den Hersteller. Nachdem der Handwerker begann, stellte sich heraus, dass er ein billigeres EPS-Material verwendete, das nicht den Anforderungen der Förderung entsprach. Die Nachbesserung kostete 1.800 Euro extra - und die Förderung wurde gekürzt. Das hätte man vermeiden können, wenn das Angebot detailliert gewesen wäre.
Was ein gutes Angebot genau enthalten muss
Ein professionelles Angebot für Sanierungsarbeiten sollte mindestens 15 klare Positionen enthalten. Keine vagen Formulierungen wie „Gesamtarbeit“ oder „Komplettverkleidung“. Jede Position braucht:- Genauere Beschreibung: „Außenwanddämmung mit 16 cm mineralischer Wollplatte (Knauf Insulation, Typ DS 40), verputzt mit Kalk-Zement-Putz (Dünnschicht, 3 mm), inklusive Anschlussdetails an Fenster und Dach“
- Menge: „120 m²“
- Einheitspreis: „115,00 €/m²“
- Gesamtpreis: „13.800,00 €“
- Arbeitsstunden: „140 h“
- Materialnummer oder Hersteller: „Knauf DS 40, Artikel-Nr. 774821“
- Garantie: „2 Jahre auf Arbeit, 10 Jahre auf Material“
- Förderfähigkeit: „BEG-Förderung nach Bafa-Liste möglich“
Diese Details sind nicht nur für dich wichtig - sie sind auch Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern. Seit Januar 2021 ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) für viele Förderprogramme verpflichtend. Nur wenn die Angebote mit dem iSFP übereinstimmen, bekommst du das Geld. Ein Angebot ohne diese Details ist nicht nur unvollständig - es ist förderunfähig.
Wie du die richtigen Handwerker findest
Du kannst nicht einfach in der Zeitung nach Handwerkern suchen und hoffen, dass sie gut sind. Die besten Angebote kommen von Handwerkern, die sich auf Sanierungen spezialisiert haben - nicht auf Neubauten oder Reparaturen. Laut einer Umfrage des Verbands der Energieberater (VEB) aus Mai 2023 nutzen 63 Prozent aller Hausbesitzer, die Fördermittel beantragen, digitale Plattformen, um Handwerker zu finden. Warum? Weil diese Plattformen Handwerker prüfen.Einige Plattformen wie Enter.de prüfen die Handwerker persönlich: Sie verlangen Nachweise über Qualifikationen, Versicherungen und Referenzen. Andere wie Blauarbeit.de funktionieren wie eine Auktion - hier bieten Handwerker einfach auf deine Anfrage, ohne dass jemand prüft, ob sie wirklich was können. Das ist riskant. Ein Handwerker, der 20 Prozent unter dem Marktpreis bietet, könnte entweder sehr effizient sein - oder er nutzt billige Materialien, arbeitet ohne Versicherung oder verschwindet nach der ersten Zahlung.
Verlasse dich nicht auf Bewertungen allein. Eine 4,5-Sterne-Bewertung auf Trustpilot kann auch manipuliert sein. Frag lieber nach konkreten Referenzen: „Können Sie mir drei Projekte aus den letzten 12 Monaten nennen, die ähnlich sind wie meins?“ Rufe diese Kunden an. Frag: „Hatten Sie Nachträge? War der Handwerker pünktlich? Hat er Fragen beantwortet?“
Plattformen im Vergleich: Was funktioniert wirklich?
Es gibt viele Plattformen, die dir helfen sollen - aber nicht alle sind gleich. Hier ist ein klarer Überblick:| Plattform | Stärken | Schwächen | Bester für |
|---|---|---|---|
| Enter.de | Erstellt den verpflichtenden iSFP, Vor-Ort-Beratung, geprüfte Handwerker, Förderunterstützung | Weniger schnell, nur bei komplexen Projekten sinnvoll | Energetische Sanierungen (Dach, Fassade, Heizung) |
| RENEWA.de | Bewertet bereits vorliegende Angebote durch Energieberater, kostenlos, schnell | Keine Handwerkervermittlung, nur Bewertung | Du hast schon 2-3 Angebote und willst wissen, welches das beste ist |
| Sanierungskosten-vergleich.de | 5 Minuten online ausfüllen, bis zu 3 Angebote in 48 Stunden, einfach | Keine Vor-Ort-Beratung, keine Förderunterstützung | Kleinere Projekte (Fenster, Boden, Badezimmer) |
| Blauarbeit.de | Vielfältige Handwerker, oft niedrige Preise | Keine Prüfung der Handwerker, Preis- und Leistungsunsicherheit | Nur für sehr einfache Reparaturen - nicht für Sanierungen |
Wenn du eine komplette Fassadensanierung mit Dämmung und neuen Fenstern planst, geh zu Enter.de. Wenn du nur deine drei alten Fenster austauschen willst, reicht Sanierungskosten-vergleich.de. Und wenn du schon drei Angebote hast, aber nicht weißt, welches passt - dann nutze RENEWA.de, um sie von einem unabhängigen Energieberater prüfen zu lassen.
Der Ablauf: So machst du es richtig
Hier ist ein realistischer Zeitplan für einen erfolgreichen Vergleich - von der Idee bis zur Unterschrift:- Phase 1: Klare Leistungsbeschreibung erstellen (1-3 Tage)
Notiere genau, was du machen willst: Welche Wände? Welche Fenster? Welche Heizung? Welche Förderung? Nutze die Checkliste vom ZDH: 10 Punkte, mindestens. Beispiel: „Austausch aller 14 Fenster im Erdgeschoss gegen Wärmeschutzfenster mit Uw-Wert 0,95, inklusive Montage, Abbruch, Entsorgung, Anschluss an bestehende Dämmung.“ - Phase 2: Mindestens 5 Handwerker kontaktieren (2-5 Tage)
Verwende keine 3 Plattformen gleichzeitig. Wähle eine. Enter.de oder Sanierungskosten-vergleich.de. Kontaktiere zusätzlich zwei lokale Handwerker, die du kennst oder die Empfehlungen haben. - Phase 3: Vor-Ort-Termin vereinbaren (3-7 Tage)
Ein Angebot ohne Besichtigung ist ein Risiko. Der Handwerker muss deine Wohnung sehen, den Zustand prüfen, die Zugänge prüfen. Nur so kann er ein realistisches Angebot machen. - Phase 4: Angebote vergleichen (2-4 Tage)
Leg alle Angebote nebeneinander. Streiche alle mit unklaren Positionen. Berechne den Preis pro Quadratmeter oder pro Fenster. Prüfe, ob alle Förderkriterien erfüllt sind. Frag dich: „Würde ich diesem Handwerker 20.000 Euro anvertrauen?“ - Phase 5: Entscheiden und unterschreiben
Nimm nicht das günstigste. Nimm das klarste, professionellste, am besten mit persönlichem Kontakt. Wenn du unsicher bist - frag RENEWA.de um eine kostenlose Bewertung.
Was du nach der Entscheidung tun musst
Nachdem du unterschrieben hast, ist der Prozess nicht vorbei. Du musst jetzt aktiv bleiben:- Verlange eine schriftliche Auftragsbestätigung mit allen Positionen - nicht nur eine Rechnung.
- Prüfe, ob der Handwerker die Förderanträge für dich ausfüllt - oder ob du das selbst machst. Die BAFA-Plattform ist kompliziert. Ein guter Handwerker hilft dabei.
- Halte alle Rechnungen, Fotos und Protokolle. Du brauchst sie für die Förderung und bei Streitigkeiten.
- Bezahle nicht alles vorher. 30 Prozent Anzahlung sind normal. Der Rest nach Abschluss und Prüfung.
Ein Hausbesitzer aus Lübeck, der im Dezember 2023 seine Dachdämmung sanieren ließ, hat 22 Prozent gespart - 4.850 Euro - nur weil er drei Angebote verglichen hat. Er hat auch einen Energieberater hinzugezogen, der das beste Angebot ausgewählt hat. Er sagt: „Ich dachte, ich sparte Zeit, wenn ich schnell was unterschreibe. Aber ich hätte 6.000 Euro mehr bezahlt, wenn ich nicht verglichen hätte.“
Was passiert, wenn du nichts tust?
Sanierungskosten steigen jedes Jahr um durchschnittlich 8,5 Prozent. Die Energiepreise sind hoch. Die Förderung ist kompliziert. Wer nicht vergleicht, zahlt mehr - und bekommt oft schlechtere Ergebnisse. Ein unvollständiges Angebot führt zu Nachträgen. Ein unqualifizierter Handwerker führt zu Schäden. Ein falsches Material führt zu Schimmel. Und eine fehlende Förderung führt zu einem Verlust von 10.000 Euro oder mehr.Es ist kein Luxus, Angebote zu vergleichen. Es ist eine Notwendigkeit. Und es ist einfacher, als du denkst. Mit einem klaren Plan, drei Angeboten und etwas Recherche sparst du Geld - und bekommst eine Sanierung, die wirklich hält.
Wie viele Angebote sollte ich mindestens einholen?
Mindestens drei. Laut Experten des Energie-Fachberaters und der Zentralstelle für Energieberatung (ZfE) ist das die Mindestanzahl, um echte Preisunterschiede zu erkennen. Bei komplexen Projekten wie Fassadensanierungen oder Heizungsumstellungen ist es sinnvoll, bis zu fünf Angebote einzuholen, um die besten Konditionen und die höchste Qualität zu finden.
Kann ich ein Angebot ohne Vor-Ort-Besichtigung vertrauen?
Nein. Ein Angebot ohne persönliche Besichtigung ist fast immer ungenau. Handwerker können nicht wissen, wie dick die alte Dämmung ist, ob es Feuchtigkeitsschäden gibt, ob die Tragwerke stabil sind - ohne vor Ort zu sein. 68 Prozent der unvollständigen Angebote enthalten genau diese Fehler. Eine Vor-Ort-Besichtigung ist kein Bonus - sie ist die Voraussetzung für ein verlässliches Angebot.
Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) und warum brauche ich ihn?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein offizieller Plan, der von einem Energieberater erstellt wird und genau beschreibt, welche Sanierungsmaßnahmen du durchführen solltest, in welcher Reihenfolge und warum. Seit Januar 2021 ist er verpflichtend, wenn du Fördermittel aus dem Bundesprogramm für effiziente Gebäude (BEG) beantragen willst. Ohne iSFP bekommst du kein Geld. Plattformen wie Enter.de erstellen ihn für dich - das ist einer ihrer größten Vorteile.
Wie erkenne ich, ob ein Handwerker seriös ist?
Ein seriöser Handwerker: 1) Hat eine gültige Handwerksrolle oder Meisterbrief, 2) Zeigt dir seine Versicherungsbescheinigung (Haftpflicht und Bauwesen), 3) Gibt dir klare Referenzen, 4) Erklärt dir die Materialien und Techniken, 5) Vermeidet vage Formulierungen wie „alles inklusive“. Wenn er nicht auf Fragen antwortet oder Druck ausübt, geh weg.
Wie viel kann ich wirklich sparen?
Im Durchschnitt sparen Hausbesitzer 15-25 Prozent, wenn sie mindestens drei Angebote vergleichen. Einige erreichen bis zu 30 Prozent - besonders bei großen Projekten wie Dach- oder Fassadensanierungen. Die Plattform Sanierungskosten-vergleich.de dokumentiert, dass Nutzer durchschnittlich 20 Prozent einsparen. Das ist kein Zufall - das ist System. Wer nicht vergleicht, zahlt mehr.
Sind kostenlose Angebotsvergleichsplattformen vertrauenswürdig?
Ja - aber nur, wenn sie transparent sind. Plattformen wie Enter.de, RENEWA.de und Sanierungskosten-vergleich.de sind kostenlos für Hausbesitzer, weil sie von den Handwerkern bezahlt werden, wenn sie einen Auftrag bekommen. Das ist normal. Achte darauf, dass sie nicht nur die billigsten Handwerker vermitteln, sondern die besten. Wenn eine Plattform nur auf Preis setzt und nicht auf Qualität, dann ist sie riskant.
Erin Byrne
Januar 14, 2026 AT 20:54Ich hab letztes Jahr meine Fenster getauscht und drei Angebote eingeholt – hat echt gespart! 😊 Die detaillierte Aufschlüsselung war der Knackpunkt. Ein Angebot hatte sogar die Materialnummern drauf – total professionell.
Harald Gruber
Januar 15, 2026 AT 15:04Na klar, drei Angebote – aber wer liest das eigentlich alles durch? Ich hab neulich ein Angebot von ‘Blauarbeit’ genommen, weil’s günstig war… und jetzt sitz ich mit einer Dämmung aus Recycling-Plastik da, die nach drei Monaten schon schimmelt. 🤦♂️ Wer macht das eigentlich noch mit ‘günstig’? Das ist kein Sparen, das ist Selbstbetrug.
Alexander Balashov
Januar 15, 2026 AT 17:24Harald, du bist nicht allein. Ich kenn auch Leute, die nur auf den Preis schauen – und dann jammern, wenn’s schiefgeht. Aber das Problem ist: Die meisten Handwerker geben halt keine detaillierten Angebote, weil’s zu viel Arbeit ist. Die Plattformen wie Enter.de machen das jetzt fast automatisch – das ist der echte Fortschritt. Endlich kann man vergleichen, ohne ein Architekturstudium zu brauchen.
Kirsten Schuhmann
Januar 16, 2026 AT 23:06Oh, wow. Ein Artikel, der endlich mal sagt, was jeder mit halbwegs gesundem Verstand weiß. Dass man nicht einfach den billigsten Handwerker nimmt, ist nicht neu – aber dass man das noch als ‘Tip’ verkaufen muss, zeigt, wie tief wir gesunken sind. 🙄 Wer braucht eigentlich noch eine Studie, um zu verstehen, dass ‘inklusive’ kein Begriff ist, sondern ein Betrug?
Julius Babcock
Januar 18, 2026 AT 06:17Ich hab 3 Angebote geholt und dann einfach den mit den meisten Sternen genommen 😎👍 Hatte 4,8 auf Trustpilot – war der beste! 😊👍
Max Pohl
Januar 19, 2026 AT 13:07Es ist nicht die Sanierung, die teuer ist. Es ist die Illusion, dass man etwas kontrollieren kann. Du denkst, du sparst, indem du Angebote vergleichst – aber in Wahrheit kaufst du nur die Sicherheit, dass du nicht der Dumme bist, der den falschen Handwerker nimmt. Die echte Sanierung? Die passiert in deinem Kopf, wenn du aufhörst, nach dem billigsten Angebot zu suchen – und anfängst, nach dem zu suchen, der dich nicht wie einen Idioten behandelt.
Fredrik Bergsjøbrenden
Januar 19, 2026 AT 23:56Na klar, drei Angebote – aber in Norwegen würden die Handwerker dich auslachen, wenn du so was machst. Hier zahlt man, was man kriegt. Und wenn du 20.000 Euro für Dämmung ausgibst, dann kriegst du auch eine, die hält. Keine ‘EPS-Dämmung mit unklarer Dichte’. Hier ist das Material immer dokumentiert – sonst gibts keine Baugenehmigung. Warum muss das in Deutschland erst wieder gelernt werden? 🤷♂️
David Fritsche
Januar 21, 2026 AT 13:35Ich hab das alles gelesen – und jetzt bin ich wütend. WIR SIND EIN VOLK VON UNTERWORFENEN. Wer nicht drei Angebote einholt, ist ein Feigling. Wer nicht den iSFP verlangt, ist ein Verräter an seiner eigenen Zukunft. Wer auf Trustpilot vertraut, hat keine Seele mehr. Ich hab meinen Handwerker vor Ort gezwungen, mir die Materialnummern auf ein Stück Papier zu schreiben – und dann hab ich ihn gefragt: ‘Warum haben Sie das nicht schon im Angebot drin?’ – Er hat geweint. Ich hab ihn dann doch genommen. Weil er ehrlich war. 🙏
Florian FranzekFlorianF
Januar 23, 2026 AT 04:58Vielen Dank für diesen klaren, strukturierten Leitfaden. Besonders der Hinweis auf die Förderfähigkeit und die Auftragsbestätigung ist essenziell. Ich würde ergänzen: Wer einen Handwerker beauftragt, sollte immer einen Termin zur Abnahme mit Protokoll vereinbaren – nicht nur nach Abschluss, sondern auch bei Zwischenschritten. So vermeidet man Überraschungen und dokumentiert den Fortschritt. Das ist kein Luxus, sondern Standard – und leider viel zu selten.