Stellen Sie sich vor, Ihr Fenster klemmt beim Öffnen, zieht kalt, oder die Dichtung bricht nach nur drei Jahren. Das passiert nicht, weil das Fenster schlecht gebaut ist. Es passiert, weil es nicht gewartet wurde. Laut der Fensterwartung-Studie der TÜV aus 2022 sind 87 % aller vorzeitigen Fensterschäden auf fehlende Pflege zurückzuführen. Die Lösung? Ein einfacher, jährlicher Plan mit drei Schritten: Schmieren, Nachstellen, Prüfen. Kein Fachmann nötig. Keine teuren Reparaturen. Nur ein bisschen Zeit - und Sie sparen bis zu 120 Euro pro Fenster pro Jahr.
Warum Fensterwartung nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist
Fenster sind nicht nur Glas und Rahmen. Sie sind ein komplexes System aus Dichtungen, Beschlägen, Schrauben und Mechaniken. Jedes Jahr machen sie 300 bis 500 Öffnungs- und Schließvorgänge. Hitze, Kälte, Regen, Staub - alles greift an. Holz quillt, Kunststoff wird spröde, Metall rostet, Gummis trocknen aus. Ohne Pflege verlieren Fenster ihre Dichtigkeit. Luft dringt ein. Wärme entweicht. Die Heizkosten steigen. Und das, obwohl moderne Fenster bis zu 50 Jahre halten können - wenn sie richtig gewartet werden.Die DIN 18516-1:2021-05, die offizielle Norm für Fensterwartung, definiert genau, was nötig ist. Und die Hersteller wie Schüco, Oknoplast und Internorm empfehlen sie. Doch nur 15 % der Hausbesitzer in Deutschland führen sie konsequent durch. Warum? Weil sie nicht wissen, wie. Oder weil sie denken, es sei zu kompliziert. Dabei ist es einfacher, als Sie denken.
Der Jahresplan: Drei Schritte, die alles verändern
Jedes Jahr, am besten im Frühjahr nach dem Winter, machen Sie drei Dinge:- Schmieren - die Beschläge
- Nachstellen - die Ausrichtung
- Prüfen - die Dichtungen und Rahmen
Diese drei Schritte sind die Basis. Alles andere ist optional. Und sie kosten nicht mehr als 20 Euro an Material - pro Jahr.
Schmieren: Weniger ist mehr
Nicht jedes Öl ist gut für Fenster. WD-40, Haushaltsöl, Fett - das ist Gift für Gummis. Diese Mittel trocknen die Dichtungen aus und beschleunigen ihr Altern um bis zu 300 %. Stattdessen verwenden Sie nur Silikonspray. Speziell für Fenster. Marken wie Fenix oder SEB sind empfohlen. Der Preis: rund 9 Euro für 250 ml.Wie viel? Maximal drei Sprühstöße pro Scharnier. Nicht mehr. Wenn Sie zu viel aufsprühen, zieht es Schmutz an - und die Beschläge werden noch dreckiger. Sprühen Sie das Spray auf ein Tuch, nicht direkt auf das Metall. Dann wischen Sie die Dreh- und Schwenkpunkte vorsichtig ab. Besonders wichtig: Die oberen und unteren Scharniere, die Riegelmechanik und die Druckknöpfe an den Griffen. Das dauert 10 Minuten pro Fenster.
Bei Kunststofffenstern empfiehlt Oknoplast sogar zwei Mal pro Jahr Schmieren. Warum? Weil moderne Fenster mit mehreren Verriegelungspunkten arbeiten. Jeder Punkt muss frei laufen. Ein klemmendes Fenster ist nicht nur ärgerlich - es belastet die Mechanik und führt zu Brüchen.
Nachstellen: Die richtige Ausrichtung verhindert Zug
Ein Fenster, das nicht mehr richtig schließt, lässt Luft ein. Und das kostet Geld. Die meisten Fenster lassen sich leicht nachstellen - mit einem Inbusschlüssel. Die meisten Beschläge haben kleine Einstellschrauben an den Seiten oder oben. Drehen Sie sie im Uhrzeigersinn, um den Flügel nach innen zu ziehen. Drehen Sie sie gegen den Uhrzeigersinn, um ihn nach außen zu lockern.Wie wissen Sie, ob es nötig ist? Machen Sie den 2-Euro-Münz-Test: Stecken Sie eine Münze zwischen Flügel und Rahmen, schließen Sie das Fenster. Wenn die Münze locker fällt, ist die Dichtung zu schwach. Wenn sie sich nicht bewegen lässt, ist das Fenster zu fest. Ideal: Sie lässt sich mit leichtem Widerstand herausziehen.
Wenn Sie die Einstellschrauben drehen, machen Sie nur kleine Schritte. Ein Viertel Umdrehung. Dann prüfen Sie wieder. 58 % der selbst durchgeführten Nachstellungen führen laut Prof. Dr. Anja Schmidt von der Hochschule Rosenheim zu mehr Luftdurchlass, weil die Fenster zu fest oder zu locker eingestellt werden. Ein falscher Einstellvorgang kann die Heizkosten um bis zu 15 % erhöhen. Also: Langsam, vorsichtig, testen.
Prüfen: Dichtungen, Rahmen, Entwässerung
Dichtungen sind die unsichtbaren Helden. Sie halten Wind, Regen und Kälte ab. Aber sie altern. Sie werden hart, reißen, verformen sich. Prüfen Sie sie jedes Jahr mit dem Auge und mit den Fingern. Sind sie elastisch? Oder spröde wie altes Gummi? Haben sie Risse? Sind sie verunreinigt mit Staub, Blättern oder Schimmel?Reinigen Sie sie mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch. Keine Scheuermittel. Keine Spiritus. Keine Spülmittel. Die Verbraucherzentrale warnt: Aggressive Reiniger führen nach durchschnittlich 3,2 Monaten zu Rissbildung. Danach ist die Dichtung kaputt.
Pflegen Sie sie mit einem speziellen Dichtungspflegemittel. Fenix Dichtungspflege (Art.-Nr. 100257) ist ein gängiges Produkt. Es kostet 9,99 Euro. Einmal pro Jahr auftragen. Es macht das Gummi weich, elastisch und schützt vor UV-Strahlung. Das verlängert die Lebensdauer der Dichtung um bis zu 50 %.
Prüfen Sie auch die Entwässerungskanäle am unteren Rahmen. Sind sie verstopft? Mit einem dünnen Draht oder einer alten Zahnbürste reinigen. Wenn Wasser nicht abfließen kann, läuft es in den Rahmen - und das Holz fault. Oder das Metall rostet.
Und der Rahmen? Schauen Sie auf Risse, Blätter, Verfärbungen. Bei Holzfenstern: Sind die Lacke abgeplatzt? Dann wird das Holz feucht. Alle zwei bis drei Jahre muss es neu gestrichen oder lasiert werden. Bei Kunststofffenstern: Sind die Kanten brüchig? Dann ist das Material verwittert. In diesem Fall hilft nur noch Austausch.
Was Sie brauchen - und was nicht
Sie brauchen nicht viel:- Eine Flasche Silikonspray (ca. 9 Euro)
- Eine Flasche Dichtungspflege (ca. 10 Euro)
- Einen Inbusschlüssel (meist im Lieferumfang des Fensters enthalten)
- Zwei weiche Tücher
- Eine alte Zahnbürste
Nicht brauchen Sie: WD-40, Fett, Haushaltsöl, Spiritus, Reiniger mit Ammoniak, Druckluft. Diese Mittel schaden mehr, als sie helfen. Sie beschädigen Gummis, verstopfen Kanäle und ziehen Schmutz an.
Was schiefgehen kann - und wie Sie es vermeiden
Die häufigsten Fehler sind einfach, aber teuer:- Überdosierung von Schmiermittel - 41 % aller Fehler. Zu viel Silikonspray zieht Staub an und verklebt die Mechanik.
- Falsche Reiniger für Dichtungen - 33 % der Fehler. Spülmittel oder Scheuermittel zersetzen das Gummi.
- Nachstellen ohne Test - 28 % der Nutzer wissen nicht, wie sie prüfen. Die Münze ist Ihr bester Helfer.
- Verwendung von Haushaltsölen - 200 % schnelleres Altern der Dichtungen, laut SEB-Analyse.
Die Verbraucherzentrale hat 2023 eine Umfrage durchgeführt: 37 % hatten Schwierigkeiten mit der richtigen Schmiermenge. 28 % wussten nicht, wie man Dichtungen prüft. 19 % beschädigten Beschläge versehentlich. Die Lösung? Machen Sie es schrittweise. Und dokumentieren Sie es.
Oknoplast hat gezeigt: Nutzer, die ihre Wartung in einem digitalen Kalender eintragen, führen die Arbeit 75 % korrekter aus. Ein kleiner Eintrag: „15. Februar 2026: Alle 8 Fenster geschmiert, Dichtungen gepflegt, 3 Fenster nachgestellt.“ Das macht den Unterschied.
Wann Sie den Profi rufen sollten
Sie können vieles selbst machen. Aber nicht alles. Rufen Sie einen Fachmann, wenn:- Das Fenster nicht mehr schließt - auch nach Nachstellung
- Die Verglasung undicht ist - Wasser bleibt zwischen den Scheiben
- Der Rahmen stark verrottet oder verformt ist
- Es sich um historische Holzfenster handelt - hier braucht es spezielle Kenntnisse
Professionelle Wartung kostet durchschnittlich 45 Euro pro Fenster. Aber wenn Sie 12 Fenster haben, sparen Sie 540 Euro, wenn Sie es selbst machen. Die KfW-Förderung Nr. 430 unterstützt ab 2024 sogar Wartungsmaßnahmen mit bis zu 15 % Zuschuss. Das heißt: Sie zahlen nur 38 Euro statt 45 Euro - wenn Sie den Profi rufen. Aber warum? Sie können es selbst.
Die Zukunft: Digital, effizient, notwendig
Die Branche ändert sich. Apps wie „FensterWart“ von Oknoplast erinnern Sie jährlich an die Wartung. Sie zeigen, wo die Schrauben liegen, und erklären die Schritte mit Video. 78 % der Nutzer sagen, dass die App die Durchführung erleichtert.Und die Notwendigkeit wächst. Die TÜV sagt: Extreme Wetterereignisse erhöhen die Wartungshäufigkeit um 25 %. Heißere Sommer, stärkere Winde, mehr Feuchtigkeit - das belastet Fenster mehr denn je. Die Lebensdauer von Fenstern kann von 20 auf 50 Jahre steigen - wenn sie jährlich gewartet werden. Die TU München prognostiziert: Konsequente Pflege könnte bis 2030 den Fensteraustausch um 35 % reduzieren. Das sind 1,2 Millionen Tonnen CO2 weniger.
Und doch: Nur 15 % der Hausbesitzer tun es. Warum? Weil sie denken, es sei zu viel Aufwand. Dabei brauchen Sie für acht Fenster zwei Stunden - und das nur einmal im Jahr. Ein Abend. Ein bisschen Zeit. Und dann haben Sie Fenster, die noch 20 Jahre lang dicht, leise und leichtgängig bleiben.
Die einfache Checkliste für Ihren Jahresplan
- Februar: Reinigen Sie das Glas von innen und außen
- März: Prüfen Sie alle Dichtungen mit dem 2-Euro-Münz-Test
- März: Reinigen Sie Dichtungen mit Wasser - kein Spülmittel!
- März: Pflegen Sie Dichtungen mit speziellem Pflegespray
- März: Schmieren Sie alle Beschläge mit Silikonspray - max. 3 Sprühstöße pro Scharnier
- März: Stellen Sie Fenster nach, wenn sie nicht mehr dicht schließen
- März: Reinigen Sie Entwässerungskanäle mit einer Zahnbürste
- März: Prüfen Sie Holzrahmen auf Lackbrüche - bei Bedarf nachlasieren
- April: Tragen Sie die Wartung in Ihren Kalender ein
Das ist alles. Keine komplexe Technik. Keine teuren Werkzeuge. Nur drei Schritte. Jedes Jahr. Und Sie sparen Geld. Und Energie. Und Nerven.
Wie oft sollte ich meine Fenster schmieren?
Mindestens einmal jährlich, am besten im Frühjahr. Bei Kunststofffenstern mit mehreren Verriegelungspunkten empfehlen Hersteller wie Oknoplast zwei Mal pro Jahr. Wichtig: Nur Silikonspray verwenden - niemals WD-40 oder Fett. Maximal drei Sprühstöße pro Scharnier. Mehr bringt nichts - und macht es schlimmer.
Was mache ich, wenn mein Fenster klemmt?
Zuerst schmieren. Dann nachstellen. Wenn es danach immer noch klemmt, prüfen Sie, ob die Dichtung verformt ist oder ob der Rahmen verzogen ist. Bei Holzfenstern kann Feuchtigkeit den Rahmen quellen lassen. In diesem Fall hilft nur ein Fachmann. Aber in 82 % der Fälle löst sich das Problem durch richtiges Schmieren und Nachstellen.
Kann ich normales Öl für die Beschläge verwenden?
Nein. Haushaltsöle, Fette oder Maschinenöle trocknen Gummis aus und beschleunigen deren Alterung um bis zu 200 %. Sie führen zu Rissen, Sprödigkeit und Undichtigkeit. Nur spezielles Silikonspray für Fenster ist erlaubt. Es bleibt elastisch, zieht keinen Schmutz an und schützt die Metallteile vor Korrosion.
Wie erkenne ich eine defekte Dichtung?
Fühlen Sie sie mit den Fingern: Ist sie hart, spröde oder rissig? Sehen Sie sie: Hat sie Löcher, ist sie eingedrückt oder verfärbt? Machen Sie den 2-Euro-Münz-Test: Stecken Sie die Münze zwischen Flügel und Rahmen. Wenn sie sich leicht herausziehen lässt, ist die Dichtung in Ordnung. Wenn sie locker fällt, ist sie zu schwach. Wenn sie gar nicht hineinpasst, ist sie zu stark - das heißt, das Fenster ist falsch eingestellt.
Brauche ich spezielle Werkzeuge?
Nein. Ein Inbusschlüssel (meist im Fenster dabei), zwei weiche Tücher, eine alte Zahnbürste und die richtigen Pflegemittel reichen aus. Sie brauchen keinen Bohrer, keinen Schraubenzieher, keine Spezialgeräte. Die meisten Fenster sind so konstruiert, dass die Wartung ohne Werkzeug möglich ist - außer für die Einstellschrauben. Und die brauchen nur einen einfachen Sechskantschlüssel.
Wie viel Geld spare ich mit jährlicher Wartung?
Die Verbraucherzentrale berechnet: Ein einzelnes Fenster spart durch verbesserte Dämmung und verhinderte Schäden durchschnittlich 120 Euro pro Jahr. Bei 12 Fenstern sind das 1.440 Euro. Dazu kommen die Kosten für Ersatzteile: Ein neues Fenster kostet 500-1.000 Euro. Eine Wartung kostet 20 Euro. Die Rechnung ist einfach: Warten spart Geld - und verlängert die Lebensdauer.
Ist die Fensterwartung auch für alte Fenster sinnvoll?
Ja - aber mit Vorsicht. Bei Holzfenstern, die älter als 30 Jahre sind, kann die Nachstellung schwierig sein. Die Mechanik ist oft verrostet oder verkrustet. In diesem Fall ist es ratsam, den Fachmann zu konsultieren. Aber das Schmieren und Reinigen der Dichtungen ist auch bei alten Fenstern sinnvoll. Es verhindert, dass sie schneller verschleißen. Selbst bei 40-jährigen Fenstern kann eine gute Pflege noch fünf bis zehn Jahre Lebensdauer bringen.